Film Agnès, Varda, eine wahrhafte Künstlerin
2019-03-25 13:32:49 TV5MONDE Europe

Regisseurin, Fotografin, Künstlerin: Varda war ein wahrhaftes Multitalent. TV5MONDE lädt Sie dazu ein, das Porträt dieser außerordentlichen Figur der Nouvelle Vaqgue des französischen Films zu entdecken. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet und inspiriert, auch nach ihrem Tod, weiterhin die Filmwelt.

 


© Ciné Tamaris

 

Vielversprechende Anfänge

 

Geboren am 30. Mai 1928 in Ixelles als Tochter eines Griechens und einer Französin verlässt Agnès Varda als Kind Belgien und wandert nach Sète in Südfrankreich mit ihrer Familie und verbringt dort ihre Jugend. Ihre Leidenschaft für die Kunst führt sie nach Paris, wo sie an der Sorbonne und an der École du Louvre Literatur, Kunstgeschichte und Philosophie studiert. Anschließend machte sie eine Fotografenlehre. 1949 traf sie den Theaterschauspieler und -regisseur Jean Vilar, der 1951 das Pariser Théâtre National Populaire führte und sie zur offiziellen Fotografin machte. In den 50er Jahren gründet Agnès zusammen mit den Regisseuren Chris Marker und Alain Resnais eine Gruppe von Cineasten, die Groupe Rive Gauche mit dem Ziel, sich von den Filmkritikern des Magazins Les cahiers du cinéma abzuheben.

Varda entwickelte ein Interesse daran, ihre Ideen zur Fotografie auch in bewegte Bilder umzusetzen. 1954 gründet sie die Filmproduktionsgesellschaft Tamaris Films und mit einem geringen Budget drehte sie in Sète den Spielfilm La Pointe-Courte, in dem Philippe Noiret und Silvia Monfort die Hauptrollen spielen. Die Filmkritiker sind begeistert.

 

Begegnung mit Jacques Demy

 

Aus ihrer kurzen Liaison mit dem Schauspieler und Drehbuchautor Antoine Bourseiller entsteht 1958 Tochter Rosalie Varda, künftige Kostümschneiderin in der Filmbranche. Im selben Jahr lernt sie ihren künftigen Ehemann kennen, den Regisseur Jacques Demyder Rosalie, adoptiert. Aus ihrer Beziehung kommt 1972 Mathieu Demy, der die Interessen seiner Eltern teilt und selber später Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor wird. 

 


© Gamma Rapho

 

Internationale Anerkennung

 

In den 60er Jahren steigt Agnès Vardas  Erfolg. 1961 dreht sie u.a. die Filme Cléo de 5 à 7Les Créatures und Le Bonheur und wird zur ersten VertreterInnen des neuen französischen Films.

Zwischen 1968 und 1970 hält sie sich in den Vereinigten Staaten, in Los Angeles, auf wo sie den Film Lions Love, sowie mehrere Dokumentarfilme dreht. Sie lert sie Jim Morrison, den Sänger von The Doors kennen. Zurück in Frankreich dreht sie den feministischen und optimistischen Film L'une chante, l'autre pas. Sehr egngagiert gehört sie zu den Frauen, die 1971 das Manifest 343 für das Recht zur Abtreibung unterzeichnen. 

1983 sitzt sie in der Jury des 40. Filmfestivals in Venedig. 1985 wird sie mit dem Goldenen Löwen in Venedig für den Film Sans toit ni loi mit Sandrine Bonnaire als Hauptdarstellerin. Nach dem Tod ihres Ehemannes Jacques Demy 1990 widmet sie ihm eine Hommage mit drei Filmen: Jacquot de Nantes, Les demoiselles ont eu 25 ans und L’Univers de Jacques Demy.

2000 prägt ihr Film Les Glaneurs et la Glaneuse ihre Karriere: die Verwendung einer digitalen Filmkamera ermöglich ihr, ganz allein diesen Sokumentarfilm zu drehen. Der Film begeistert die Kritik und das Publikum. 

2005 ist sie in der Jury des Festivals von Cannes und die Cinémathèque québécoise widmet ihr eine Hommage mit einer filmischen Retrospektive und einer Fotoausstellung.  

 


© Ciné Tamaris

 

Auszeichnungen

 

in dem Film Les Plages d'Agnès aus 2008 erzählt Agnès Varda u.a. von ihren vier Enkelkindern  Valentin, Augustin, Corentin (Rosalies Kinder) und Constantin (Mathieus Sohn) und ihre Arbeit. Dieser autobiografische Film wird mit dem César für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet. 

2009 erhält sie den Ehrenpreis Henri-Langlois d'honneur für ihre ganze Karriere. Im selben Jahr wird sie zum Kommandeur der französischen Ehrenlegion. 

Beim Festival von Cannes 2013 ist sie Präsidentin der Jury für die Caméra d'or. Ein Jahr später wird sie bei dem 76. Filmfestival in Locarno mit dem Léopard d'honneur preisgekrönt. 2015 erhält sie die Ehren-Palme beim Festival von Cannes, Preis, den sie in ihrer Rede als "Preis für die größte Ausdauer" bezeichnet; 2017 bekommt sie den Preis l'Oeil d'or für ihren Dokumentarfilm Visages, villages sowie einen Ehren-Oscar für ihre Karriere. Agnès Varda widmete ihr Leben dem Film und wurde von diesem belohnt: mit 90 ans, wurde sie bei der Berlinale 2019 mit der Berlinale-Kamera für ihren letzten Dokumentarfilm Varda par Agnès ausgezeichnet

Sie starb am 29. März 2019 krankheitsbedingt im Alter von 90 Jahren.

 

Im April widmet TV5MONDE ein Sonderprogramm als eine Hommage an diese unglaubliche Filmemacherin!

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